Bewegungsfreude für Hunde

Stöckchenspielen, mit Herrchen oder Frauchen Joggen gehen, im Garten toben oder aber einfach beim gemeinsamen Spaziergang die Seele baumeln lassen. Gemeinsamen Bewegung tut gut – nicht nur dem Vierbeiner. Wenn die Bewegungsfreude aber nachlässt, kann dies mehrere Gründe haben. Kann es sein, dass Ihr Hund Schmerzen hat? Viele Hunde verraten ohne weiteres durch Ausdruck, Haltung, Aktivitätsgrad und Rutenstellung, wie sie sich fühlen. Die Halter solcher Tiere merken deshalb sofort, wenn irgendetwas nicht stimmt. Es gibt allerdings auch Rassen oder Tiere, die eher reserviert oder gleichmütig sind und es infolgedessen schwerer machen, Schmerzen zu erkennen und zu behandeln. Beobachten Sie gut das Verhalten Ihres Hundes, um Anzeichen von Schmerzen oder Hilfebedürftigkeit zu erkennen. # Verhalten <ul style="list-style-type:disc;margin-bottom:0;"> <li>Geht Ihr Hund nicht mehr so gerne spazieren wie früher, hat er Schwierigkeiten ins Auto zu steigen oder die Treppe hoch und runter zu gehen?</li> <li>Ist Ihr Hund unbeweglicher als bisher und nach größeren Anstrengungen eher erschöpft?</li> <li>Hat er nach längerem Liegen Mühe aufzustehen?</li> <li>Leckt oder kratzt sich Ihr Hund häufig an derselben Stelle oder starrt das Tier manchmal mit einem leeren Blick vor sich hin?</li> <li>Hechelt oder zittert Ihr Hund auch bei eigentlich angenehmen Temperaturen?</li> <li>Bellt, heult oder jault Ihr Hund mehr beim Alleinsein?</li> <li>Reagiert das Tier abwehrend bei Berührungen oder beim Aufheben? Verhält sich Ihr Hund vielleicht sogar aggressiv und schnappt nach Ihnen?</li> <li>Haben Sie selbst das Gefühl, Ihr Hund sei weniger zufrieden als sonst?</li> <li>Frisst er weniger oder weniger häufig als gewöhnlich? Ist er wählerischer mit dem Futter?</li> </ul> # Aussehen <ul style="list-style-type:disc;margin-bottom:0;"> <li>Sind seine Augen matt und nicht mehr so glänzend?</li> <li>Lässt Ihr Hund den Kopf und die Ohren hängen?</li> <li>Sieht das Fell stumpf oder verfilzt aus? Haart der Hund mehr?</li> </ul> Wenn Ihr Hund eines oder mehrere dieser Symptome aufweist, kann es sein, dass sich das Tier unwohl fühlt oder sogar Schmerzen hat. Die obigen Verhaltensauffälligkeiten können vielerlei Gründe haben, aber auch Anzeichen dafür sein, dass Ihr Hund Ihre Hilfe braucht. Konsultieren Sie auf jeden Fall Ihren Tierarzt, wenn Sie den Verdacht haben, dass es Ihrem Hund nicht gut geht. # Schmerztypen<sup>1</sup> ![Schmerztypen](//images.ctfassets.net/jarx6iobt2mc/1nIHhrHBmEgyaS6yCwicO2/dd2509199ccddcd45e8d0d0ac29acd1b/Schmerztypen.png) # Hundeosteoarthrose Osteoarthrose kommt bei Hunden häufig vor und nicht nur im fortgeschrittenen Alter. Verletzungen, angeborene orthopädische Erkrankungen (wie z. B. Hüftdysplasie) und andere Gelenkserkrankungen können auch bei jüngeren Hunden zur Osteoarthrose führen. Große Rassen und übergewichtige Hunde sind anfälliger für die Entwicklung von Arthrose. Bei der Osteoarthrose baut sich der normale Knorpel (ein elastisches, glattes Gewebe, das die Knochenenden in den Gelenken bedeckt) zusehends ab. Damit beginnt ein Teufelskreis zunehmender Schädigung mit Entzündungen, Schmerzen und weiteren Veränderungen in dem und um das Gelenk. Osteoarthrose ist zwar nicht heilbar, eine geeignete Behandlung kann jedoch die Schmerzen lindern und die Lebensqualität des Tieres verbessern. Wenn Sie Verdacht auf Osteoarthrose bei Ihrem Hund haben, bitten Sie Ihren Tierarzt um eine entsprechende Untersuchung. <div class="row"><div class="large-centered columns">![Image9 Gelenke](//images.ctfassets.net/jarx6iobt2mc/A6alaKhluge00kmWAG0qW/1306e2a0e912e97a2229a6f193da9f34/Image9_Gelenke.jpg)</div></div> # Was kann ich gegen die Schmerzen meines Hundes tun? Es ist schwer, den vierbeinigen Freund leiden zu sehen, aus welchem Grund auch immer. Glücklicherweise gibt es viele Schritte, die Sie unternehmen können, damit Ihr Hund sich wieder wohlfühlt und die Schmerzen nachlassen. Fragen Sie Ihren Tierarzt nach geeigneten Maßnahmen für Ihren Hund. __Behandlung chronischer Schmerzen:__ Die kombinierte Anwendung folgender Maßnahmen kann chronische Schmerzen für Ihren Hund erträglicher machen und die Funktion der Gelenke verbessern. Fragen Sie Ihren Tierarzt nach einem individuellen Behandlungsprogramm für Ihren Hund. __Eine sichere und entspannende Umgebung:__ Ein bequemer Liegeplatz mit Futter, Wasser und weicher Matratze oder Decke gibt dem Tier einen Ruhebereich, in dem es sich sicher fühlt und entspannen kann. Bringen Sie Stufen oder Rampen an, die es dem Hund erleichtern, seinen Rückzugsort oder auch den Garten zu betreten oder zu verlassen. __Tägliche körperliche Betätigung:__ Tägliche Bewegung ist von vitaler Bedeutung für eine effektive Gewichtskontrolle und einen guten allgemeinen Gesundheitszustand. Sie trägt auch entscheidend dazu bei, dass Ihr Vierbeiner bewegliche Gelenke und eine kräftige Muskulatur behält. Lassen Sie sich von Ihrem Tierarzt beraten, welche Betätigung für Ihren Hund geeignet ist, wenn er an einer schmerzhaften chronischen Krankheit wie Osteoarthrose leidet. __Ernährung:__ Mit einer vom Tierarzt empfohlenen therapeutischen Diät kann zur Erhaltung der Gelenksbeweglichkeit beigetragen werden. Mit solchen Diäten hält Ihr Hund ein gesundes Gewicht, womit eine zusätzliche Belastung der Gelenke vermieden wird. __Schmerzmittel:__ Die chronischen Schmerzen und Entzündungen an Osteoarthrose leidender Hunde lassen sich mit Arzneimitteln des Typs Nichtsteroidale Entzündungshemmer (NSAIDs) unter Kontrolle halten. Diese können vom Tierarzt in der Klinik verabreicht oder Ihnen für zu Hause verschrieben werden. Geben Sie Ihrem Hund keine humanmedizinischen Medikamente, es sei denn, es geschieht auf Anweisung des Tierarztes. __Chondroprotektiva:__ Diese Medikamente unterstützen die Schmierung der Gelenke und damit den Erhalt der Funktion. __Nahrungsergänzungsmittel:__ Manche Nahrungsergänzungsmittel – wie Glucosamin und Chondroitinsulfat, Omega-3-Fettsäuren, pflanzliche Wirkstoffe – liefern für das Knorpelgewebe wichtige Nährstoffe und unterstützen die Funktion der Gelenke. __Physiotherapie:__ Wie beim Menschen werden auch zur Rehabilitation von Hunden Kälte und Hitze, Massagen, Stretching und Bewegungsübungen eingesetzt, um die Gelenke gesund und die Muskulatur kräftig zu halten. Physiotherapie kann die Schmerzen lindern, die Knochenheilung fördern und trägt zur Gesundheit von Knorpel, Sehnen und Bändern bei. Zusätzliche Behandlung: Ihr Tierarzt kann weitere Medikamente oder Therapien empfehlen (z. B. Akupunktur), um die Schmerzen Ihres Hundes zu lindern. # Ihr Tierarzt steht Ihnen bei der Betreuung<br> Ihres Haustiers zur Seite Die Informationen in dieser Broschüre können Ihnen helfen, Schmerzen bei Ihrem Tier zu erkennen und zu behandeln, ersetzen aber keinesfalls die regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen und den tierärztlichen Rat. Fragen Sie Ihren Tierarzt, wie Sie dazu beitragen können, dass Ihr Haustier langfristig glücklich und gesund bleibt. <div class="row"><div class="large-5 pull-1 columns" style="color:#0072ce;">Broschüre Physiotherapie zum Download</div><div class="large-7 pull-3 columns"><a href="https://assets.ctfassets.net/jarx6iobt2mc/34horhJ3JCYw6a6yyQK2yY/6f24736ed8c49f66e4088e6af101335d/DECACORT00001__Physio_Broschuere_final.pdf" target="_blank">![Image10 FolderDownload](//images.ctfassets.net/jarx6iobt2mc/70CVPuhY0o4ce44mSg6Yk6/b9be6a4930818cb097b8b8f9b87e2b6a/Image10_FolderDownload.png)</a>&nbsp;</div></div> <section style="font-size:12px;line-height:1.25;">Referenzen<br> 1. Chronic pain in Small Animal Medicine. Steven M Fox ISBN 978-1-84076-124-5 2010 Manson Publishing Ltd.</section>