Alles über Zecken

__Entfernung und Vorbeugung von Zecken__ Die bei uns vorkommenden Zecken bohren zum Blutsaugen praktisch ihren ganzen Kopf (eigentlich besteht dieser nur aus Mundwerkzeugen) in die Haut ihres Opfers. Für zusätzlichen Halt sorgt eine Art selbst gemachter «Zement», dank dem die Zecken mehrere Tage fest in der Wunde verankert bleiben. Früher wurde empfohlen, Zecken mit Öl, Alkohol, Äther oder sonstigen Lösungen zu beträufeln, damit sie loslassen. Aus obigen Ausführungen sollte nun aber klar sein, dass sie gar nicht loslassen können. Sie sind gewissermaßen einzementiert. Das Einzige, was man mit solchen Mitteln erreicht, ist, dass die Zecken ihren gesamten Magen- und Speicheldrüseninhalt in die Stichwunde entleeren. Somit werden auch mögliche Krankheitserreger übertragen, also genau das, was man eigentlich vermeiden möchte. Deshalb sollte auf solche Methoden unbedingt verzichtet werden. <div class="row" style="margin:0; padding:0; white-space:normal;"> <div class="columns small-12 medium-6" style="margin:0; padding:0;"> <p>__Die Mundwerkzeuge einer Zecke.__</p><br> <p>__Das mit Widerhaken versehene Hypostom (siehe Pfeil) ist für die Verankerung in der Wunde verantwortlich.__</p> </div> <div class="columns small-12 medium-6" style="margin:0; padding:0;"> <img alt="Tick mouth" src="//images.ctfassets.net/jarx6iobt2mc/2JiMDIQRhusEEEcES4Y8Yc/aa487e00b88d3d8cd5ae54bda20bb311/Tick_mouth.jpg"/> </div> </div> __Entfernung der Zecke mit einer Zeckenkarte:__ <img alt="Tick remove" src="//images.ctfassets.net/jarx6iobt2mc/7t1mrflxqEYwSI0SkS2i6O/b9bef6be84cd74a360147543d6cc0603/Tick_remove.png"/> __Karte dicht über der Haut ansetzen und entsprechend den Abbildungen vorsichtig aus der Haut schieben.__ Am besten wird die Zecke so hautnah wie möglich mit einer Pinzette oder einer speziellen Zeckenzange oder -karte erfasst und gleichmäßig von der Einstichstelle gerade heraus weggezogen. Es kann bis zu einer halben Minute dauern, bis sich die Zecke löst und ganz leicht aus der Haut gleitet. Ist dabei der Kopf stecken geblieben, kann es zu einer kleinen Entzündungsreaktion kommen. Generell sollte man eine Zecke so früh wie möglich entfernen, denn die Wahrscheinlichkeit einer Übertragung von Erregern ist kurz nach dem Stich noch gering und nimmt erst mit der Dauer der Blutaufnahme zu. Die entfernten Zecken sollten sicher beseitigt werden, damit sie keinen neuen Wirt befallen können. __Abtötung von Zecken__ Dem Tierarzt stehen heute verschiedene Produkte zur Verfügung, zum einen Spot-on-Präparate wie z.B. [Prac-Tic](https://assets.ctfassets.net/jarx6iobt2mc/1SAGdpbsXO8ks8CaoQ6iiK/fbd1358e3fee9ba5856c6b6599b474f9/Prac-tic_DE_AT_0618_End_DATCACPRA00001_ARCHIVE.pdf) zum anderen moderne Wirkstoffe aus der Gruppe der Isoxazoline, die u.a. oral als Kautablette angewandt werden. Bei den Spot-on-Präparaten wird der Wirkstoff direkt auf die Haut aufgetropft und verteilt sich anschließend innerhalb von ca. 24 Stunden mit dem Fettfilm über den ganzen Körper. Die eingesetzten Wirkstoffe töten oder wehren (repellieren) die Parasiten nach __Kontakt__ zuverlässig ab. Man unterscheidet bei den Wirkstoffen zwei unterschiedliche Wirkungsweisen. Die einen töten die Zecke nach Kontakt mit der behandelten Haut ab __(Kontaktakarizid)__ wie z.B. „Prac-Tic“ und reduzieren gleichzeitig die ggf. mit Krankheitserregern infizierten Zecken. Präparate mit „repellierender" Wirkung verhindern bei den in der Tiermedizin eingesetzten Wirkstoffen nicht, dass die Zecke auf das Tier geht, im Gegensatz zu den beim Menschen eingesetzten Repellentien. Beim Tier wird die Zecke erst nach Kontakt mit dem Repellent von der Haut abgewehrt, teils auch getötet. Daher spricht der Tierarzt eher von __„Kontaktrepellentien".__ Wenn das Tier gerne schwimmen geht, gewaschen oder gebadet wird, gehen diese lokal angewandten Wirkstoffe immer über kurz oder lang verloren. Auch ist der direkte Kontakt mit dem Tier direkt nach Auftragen der Wirkstoffe problematisch und unter Umständen sogar gefährlich für den Menschen (siehe Flohbekämpfung). Auch stören sich Hunde und insbesondere Katzen öfters an den angewandten Lösungen auf der Haut oder reagieren mit Überempfindlichkeiten. Diese Probleme lösen die neuen, oralen Wirkstoffe aus der Gruppe der Isoxazoline, die es seit neuestem auch als kleine, schmackhafte Kautablette für Hunde UND Katzen gibt. Schon wenige Stunden nach der Eingabe der Tabletten zirkuliert ausreichend Wirkstoff im Blut, so dass Zecken (und Flöhe), die Blut saugen, zuverlässig und schnell abgetötet werden. Alle genannten Therapiemöglichkeiten tragen zu einer Verminderung von Infektionen mit zeckenübertragenen Erkrankungen bei. Trotz Behandlung empfiehlt es sich, den Hund im Anschluss an einen Spaziergang im Wald mit ausgiebiger Erkundung des Unterholzes zusätzlich nach Zecken abzusuchen und diese umgehend zu entfernen. In wärmeren Regionen oder in Fällen, in denen Zecken den Winter in Wohnräumen von Tier oder Mensch überleben können (z. B. die braune Hundezecke), ist ggf. eine ganzjährige Behandlung sinnvoll. __Zu guter Letzt...__ Der Aufenthalt in der Natur gehört sicherlich zu den schönsten Erlebnissen sowohl für den Hund als auch für seine Halterin oder seinen Halter. Diese Freude muss auch durch die Zecken nicht getrübt werden. Durch Kenntnis der richtigen vorbeugenden Maßnahmen und das korrekte Handeln, wenn es doch zum Stich kommt, verlieren diese Plagegeister etwas von ihrem Schrecken.